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Übertragung von Gefahrenmeldungen - Ein Blick auf den Stand der Entwicklung nach ca. 5 Jahren Gültigkeit der VdS Vorschriften

Als der VdS vor ca. 7 Jahren einen Arbeitskreis ins Leben rief, der das Thema "Übertragung von Gefahrenmeldungen" neu definieren sollte, stand die Branche am Umbruch zwischen dem "alten" analogen Fernsprechnetz und ISDN, dem digitalen Universal-Netz für alle Kommunikationsaufgaben. Deutschlandweit operierende Unternehmen setzten zunehmend auf eigene Datennetze, die sich ebenfalls zur Nutzung anboten.
Meldungen aus Einbruch-, Überfall-, und Brandmeldeanlagen wurden ausschließlich mit über das analoge Fernsprechnetz übertragen. Als Verbindungsarten standen für die VdS Klassen A und B die "bedarfsgesteuerte" Verbindung 1) und für Klasse C die "stehende" Verbindung 2) zur Verfügung. Die bedarfsgesteuerte Verbindung ist, wegen der nicht vorhandenen permanenten Überwachung des Meldeweges, nicht sicher genug. Die stehende Verbindung wegen der hohen laufenden Kosten bei größeren Entfernungen nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben.
Es musste also nach anderen Lösungen gesucht werden, diese Feststellung war unabhängig vom Wechsel des Fernsprechnetzes zu ISDN. Aber genau dieser bevorstehende Wechsel war es wert, das "Alte" in Frage zu stellen und das Problem aus der neuen Perspektive neu zu definieren.
Das Ergebnis sind die VdS Papiere 2463, 2465, 2466 und 2471.
In den VdS Arbeitskreisen saßen natürlich auch Vertreter der Hersteller am Tisch. Da lag es nahe, das fast parallel mit der Definition, auch mit der Entwicklung von neuen Konzepten begonnen wurde.
Aber wohin würde sich der Markt letztlich entwickeln. Die Antwort auf diese Frage wäre sicher viel Geld Wert gewesen.
An der Basisforderung, den Verbindungsarten wurde im Grunde nichts verändert. Auch heute gibt es die bedarfsgesteuerte und die stehende Verbindung. Als Kombination von zwei bedarfsgesteuerten Verbindungen über das Festnetz und ein Funknetz entstand zusätzlich die "redundante" Verbindung 3). Lediglich wurden diese Verbindungsarten auf die neuen Netzarten übertragen.
Was hat sich denn bis heute so als Standard entwickelt ?
Bei den bedarfsgesteuerten Verbindungen für Klasse A und B Objekte gibt es nicht die Qual der Wahl. Auf dem Markt gibt es Geräte von vielen Herstellern, die sich lediglich in einzelnen Leistungsmerkmalen unterscheiden, jedoch nicht in der Basisfunktionalität. Bei den Geräten zur Sicherung von Klasse C Objekten, sieht das schon anders aus.
Zu behaupten, es gäbe da aber nur ein Verfahren und das würde alle Anforderungen abdecken, ist sicher falsch. Es ist auch hier wie im richtigen Leben, es gibt keinen Vorteil ohne einen Nachteil. Was für die eine Anwendung optimal ist, kann für den andere Bedarf zu teuer, oder nicht anwendbar sein.
Ein Kunde, mit einem Geschäft in der Innenstadt, einen ISDN Anschluss, und der eine Übertragung für ein Klasse C Objekt benötigt, ist mit einer virtuellen Standleitung im D-Kanal von ISDN sicher gut bedient. Der gleiche Kunde mit seinem Anschluss im Ferienhaus, wird sich sicher für eine redundante Übertragung bei seinem Klasse C Objekt dort entscheiden.

Wo liegen die Vor- und Nachteile der beiden Verfahren.

Stehende Verbindung.
Nach wie vor ist die stehende Verbindung das Maß aller Dinge. Wenn eine Standleitung den Bereich einer Ortsvermittlungstelle nicht verlässt, sind die laufenden Kosten unschlagbar. Erst, wenn die Verbindung über mehrere Vermittlungsknoten geht, sind die Kosten nicht mehr wirtschaftlich vertretbar. Da kommt die virtuelle Standleitung im D-Kanal von ISDN ins Spiel. Für diese Standleitungsart gibt es die unterschiedlichsten Bezeichnungen am Markt. X31, Datex-P im D-Kanal, D-Kanal Data, ACESS 50 - ACCESS 300 sind die Bezeichnungen für die unterschiedliche Leistungsmerkmale der gleichen Technik. X31 ist die Bezeichnung der Techniker, Datex-P im D-Kanal und D-Kanal Data sind Bezeichnungen der Telekom und alle ACCESS Produkte werden von der Telekom Tochter INTENOS vermarktet.
Der D-Kanal bei ISDN dient der Signalisierung. Dort werden Wahl-, Besetz- oder Frei- und alle Gebühreninformationen zwischen dem Teilnehmer und der Vermittlungsstelle übertragen. Doch in diesem Kanal ist noch Reserve. Diese wird genutzt, um Daten bis zu einer Geschwindigkeit von 9600 Baud zu übertragen. Die Übertragung selbst läuft nach de international standardisierten X25 Verfahren. Es lassen sich über diese Technologie Festverbindungen zwischen Flensburg und Rosenheim aufbauen, und der Vorteil ist, die Kosten sind unabhängig von der Entfernung. Also ist der Dienst ein ideales Medium für den Transport von Daten aus Gefahrenmeldeanlagen.
Es handelt sich um eine Festverbindung im Sinne der VdS Vorschriften, ISDN ist im Bundesgebiet flächendeckend verfügbar, die Verbindung ist permanent überwacht und die Kosten bewegen sich im vertretbaren Rahmen. Was will man mehr.
Wie bereits im Anfang gesagt, gibt es keinen Vorteil ohne Nachteile, so auch hier.
Eine Verbindung von Flensburg nach Rosenheim läuft über sehr viele Vermittlungseinrichtungen. Vermittlungseinrichtungen bestehen aus Rechnern, und Rechner habe manchmal ein Problem. Jedes kleine Problem eines der Rechner in der Rechnerkette führt zwangsläufig zu einer Unterbrechung der Verbindung. Das ganze System ist zwar so intelligent, das es die Verbindung wieder selbst herstellt, aber wenn die Unterbrechung länger als 20Sek. dauert, muss das als Verbindungsstörung am gesicherten Objekt und auf der Leitstelle angezeigt werden (VdS Vorschrift). Sind bei einer Leitstelle viele Objekte aufgeschaltet, so kann es bei Störungen an zentralen Punkten im Netz zu einer Meldungflut kommen, die dort abgearbeitet werden muss. Hier sind die Verbände und der VdS noch in der Pflicht eine für alle tragbare Lösung des Problems zu suchen.
Alles in Allem ist die virtuelle Standleitung wohl auf dem Vormarsch und hat schätzungsweise bei Klasse C Objekten einen Marktanteil von 70%.

Die redundante Verbindung
Als die VdS Arbeitskreise begannen den Bereich der Übertragung neu zu definieren, gab es die virtuelle Verbindung im D-Kanal von ISDN noch nicht.
Die bedarfsgesteuerte Verbindung war wegen der fehlenden "Dauerüberwachung" bei Klasse C Objekten zu unsicher. Die Standleitung bei großen Entfernungen aber zu teuer. Es musste also etwas Neues her.
Man einigte sich auf die redundante Verbindung (Definition siehe bei 3) )
Im Markt hat sich folgende Version etabliert. Als festnetzgebundene Verbindung werden bedarfsgesteuerte Verbindungen im B-Kanal von ISDN verwendet und der redundante Weg läuft über den Datendienst in den Funknetzen von D1 und D2. Somit hat man zwei physikalisch unterschiedliche Netze und die Verbindungen verlassen das gesicherte Objekt auf unterschiedlichen Wegen.
Als Alternative zur Nutzung der Datendienste wird auch der SMS Weg genutzt. Diese Variante ist jedoch nur unter bestimmten Bedingungen einsetzbar. Bei einer SMS Übertragung hat man im Netz keine Garantie für die zeitnahe Übertragung der Information. Wenn z.B. ein Netzanbieter Börseninformationen an viele Leute verschickt, kann es zu enormen Verzögerungen der Übertragung kommen. Die Verzögerung kann bis zu Stunden dauern. Dieser Mangel bei der SMS Übertragung kann nur umgangen werden, wenn für die Übertragung von Gefahrenmeldungen eigene, nur für diese Anwendung reservierte, SMS Zentralen eingesetzt werden. Dadurch steigen natürlich die Betriebskosten an.
Das Verfahren der redundanten Übertragung wurde vom VdS der Standleitung gleichgesetzt. Die laufenden Kosten liegen unter den Kosten für die virtuelle Festverbindung im ISDN.
Es eignet sich immer da, wo die geringere laufenden Kosten ein wichtiges Argument sind.
Doch auch hier gibt es Nachteile. Die Übertragungsgeräte sind teurer als Geräte für den D-Kanal. Über die Sabotagemöglichkeit von Funk- und ISDN-Weg gibt es einige Argumente gegen die redundante Verbindung, die aber sehr oft als nicht immer sachlich eingestuft werden müssen. Wenn überhaupt ein komplettes system außer Funktion gesetzt werden soll, dann ist das nur mit Systemkenntnis und ziemlichem techn. Aufwand möglich. Aber das kann man dann mit der D-Kanalverbindung auch machen. Aus Sicherheitsgründe sollen mögliche Sabotageverfahren hier nicht diskutiert werden. Der Autor steht aber gerne für mehr Informationen zu dem Thema zur Verfügung.
Der Anteil der redundanten Verbindung dürfte bei ca. 30% liegen.

Resume
Beide Verfahren sind am Markt etabliert und haben auch beide Ihre Daseinsberechtigung. Wenn es um eine reine Entscheidung zu Gunsten der laufenden Kosten geht, dürfte wohl die redundante Verbindung den Vorrang haben, langfristig wird aber die Festverbindung im D-Kanal von ISDN Marktanteile dazu gewinnen. Zumal da der Preiskampf im vollen Gange ist.

Definitionen der Verbindungsarten:

1) bedarfsgesteuerte Verbindung

Bedarfsgesteuerte Verbindungen werden zum Zweck der Übertragung einer Meldung aufgebaut, und nach der quittierten Übertragung wieder getrennt. Es besteht somit nur eine "Ende zu Ende" - Kontrolle einer Verbindung während der doch kurzen Zeit der Übertragung selbst.
(Mit "Ende zu Ende" - Kontrolle ist die Überwachung des gesamten Übertragungsweges vom Sender im überwachten Objekt bis zur Empfangszentrale in der Leitstelle gemeint.)
Nach Ende der Übertragung ist keine Überwachung des Weges mehr vorhanden. Um den Weg jedoch noch mit vertretbaren Kosten zu überwachen, schreiben die Vorschriften einen "Testanruf" mindestens einmal in 25 Stunden vor.
Bedarfsgesteuerte Verbindungen nutzen die Übertragungswege nicht exklusiv, sondern im Wechsel mit anderen Nutzern. Deshalb sind für diese Verbindungsart die Leistungsmerkmale "Blockade- und Sabotagefreischaltung" vorgeschrieben. Alle Übertragungsgeräte müssen sich den Weg für eine Übertragung zwangsweise Freischalten können, auch dann wenn der Weg durch einen anderen Nutzer blockiert ist, oder wenn ein möglicher Täter den Anschluss hinter dem Übertragungsgerät sabotiert hat.
Zusätzlich muss die Anschlussleitung bis zum ersten Verteilpunkt in einem Netz auf "Vorhandensein" ständig überprüft werden. (Schicht 1 Überwachung)
z.B.: beim analogen Wählgerät durch die Überwachung der Spannung auf der Fernsprechleitung und beim ISDN Anschluss durch die Überwachung von Takt- und Rahmeninformationen.
Der Vorteil dieser Übertragungsart ist, das der Anschluss von vielen Anwendungen wechselzeitig genutzt werden kann und somit keine zusätzlichen Kosten für eine Leitungsmiete ausschließlich für die Übertragung anfallen.
Bedarfsgesteuerte Verbindungen sind vom VdS in den Klassen A und B erlaubt.

2) stehende Verbindung

"stehende Verbindungen" sind Verbindungen, bei denen der Übertragungsweg immer und ausschließlich ( exklusiv ) für die Übertragung von Meldungen des gesicherten Objektes zur Verfügung steht.
Es ist eine permanente "Ende zu Ende" - Kontrolle des Übertragungsweges vorhanden. Eine Unterbrechung des Weges, die größer als 20 Sekunden ist, muss auf beiden Seiten des Weges zeitnah gemeldet werden.
Durch die exklusive Verwendung sind die Kosten hoch, und bei großen Entfernungen unwirtschaftlich.
Wirtschaftlich können sogenannte virtuelle stehende Verbindungen unter Nutzung des ISDN Leistungsmerkmals X31 (ACESS 50 - 300, D-Kanal Data usw) betrieben werden.
Stehende Verbindungen sind vom VdS in der Klasse C erlaubt.

3) redundante Verbindung

Redundante Verbindungen nutzen zwei physikalisch unterschiedliche Übertragungsnetze, und die Netzzugänge der beiden Netze müssen auf unterschiedlichen Wegen in das Gebäude geführt werden. Die Übertragungsart ist auf jedem der Wege bedarfsgesteuert, das bedeutet, dass für jede Übertragung eine neue Verbindung zur Leitstelle aufgebaut werden muss. Es wird dabei nach der Übertragung auf dem Primärweg, meist dem Festnetzanschluss und dem redundanten Weg, meist einem Funknetzanschluss unterschieden. Ähnlich wie bei den reinen bedarfsgesteuerten Verbindungen müssen die Netzzugänge überwacht werden. Der Ausfall eines Netzes muss direkt auf dem anderen Netz übertragen werden. Würde z.B. das Übertragungsgerät feststellen, dass es den Zugang zum Funknetz verloren hat, so muss der Ausfall direkt auf dem Festnetz zur Leitstelle übertragen werden. (umgekehrt natürlich genauso)
Da es sich ja immer noch um bedarfsgesteuerte Verbindungen handelt, müssen natürlich auch beide Wege mindestens einmal innerhalb von 25 Stunden mit einem Testanruf auf volle Funktionalität geprüft werden.
Redundante Verbindungen sind vom VdS in der Klasse C erlaubt.

Christian Melzener
Produktmanagement
TAS Telefonbau Arthur Schwabe
Mönchengladbach
Erschienen in "W&S" 11/2002

TAS auf der CeBIT in Hannover

Ein breites Portfolio von Lösungen für Telekommunikation und Security präsentiert TAS auf der CeBIT 2008. Die Messepräsentation umfasst Lösungen für VoIP-Integration, Konferenzserver, Anrufserver, Telefone sowie Alarm- und Gefahrenmeldung. TAS stellt auf der CeBIT in Halle 12 auf Stand C06 aus.
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Wieder ein Innovationspreis

Wieder hat TAS einen Innovationspreis von der Initiative Mittelstand erhalten: Mit YPSILON fällt es jedem Unternehmen leicht, sich für VoIP zu entscheiden, denn durch die YPSILON Gateways erhält der Kunde bahnbrechende Freiheiten im Bereich Telekommunikation und EDV. Die Auszeichnungen richten sich an mittelständische Unternehmen, die sich mit den besten und für den Mittelstand interessantesten neuen Produkten präsentieren. Dabei stehen Nutzen und Funktionalität im Vordergrund. TAS hatte sich mit YPSILON bereits im Januar 2007 beworben.


Begleiten Sie uns auf die "Essener Sicherheitstage" am 17. und 18. Oktober 2007

TAS stellt aus:
TAS-Link II - Alarmübertragung: Eine neue Generation von Alarmübertragungsgeräten, welche Gefahren und Störmeldungen über IP-Netz - und im Redundanzweg über ISDN, PSTN analog oder GSM übermittelt. TAS-Link II bietet mehr Möglichkeiten durch mehr Übertragungswege.
ARUTEL 3.0: Das telefonische Benachrichtigungs- und Alarmierungssystem ARUTEL arbeitet jetzt frei von Steuerrechnern oder PC Hardware, frei von rotierenden Speichern, frei von Windows. Vielmehr handelt es sich um nurmehr eine einzige 19 Zoll 1HE - Einheit, die per Web-Browser angesprochen wird. Sowohl Konfiguration als auch Administration kann man bequem vom Arbeitsplatz mit z.B. einem Internet-Explorer durchführen. Anschließend könnten Sie gar Ihren PC abschalten, da die Einheit selbständig arbeitet. Darüber hinaus ist ARUTEL jetzt VoIP-fähig, so dass ggf. keine ISDN Schnittstelle mehr benötigt wird.
http://www.essener-sicherheitstage.de

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